Bild: skbs. Puls. Das Gesundheitsmagazin
Text: Akou Armelle Segbefia (Togo)
Wenn ich über meinen ehemaligen Fachschaftsvertreter des germanistischen Lehrstuhls der Université de Lomé spreche, fällt mir sofort seine Energie und sein Lächeln ein. Komi ist jemand, der nicht nur einen Beruf erlernt, sondern eine Berufung lebt. Für ihn bedeutet Pflege nicht einfach Arbeit am Patientenbett, sondern Verantwortung, Nähe und die Chance, Menschen in schwierigen Momenten beizustehen.
Komi Epouh stammt aus Togo, ein Lebensweg führte ihn zunächst zum Germanistikstudium und Erziehungswissenschaften an der Université de Lomé, er kam erstmal 2021 mit einem DAAD-Stipendium nach Deutschland und kehrte in seine Heimat zurück, bevor er 2022 erneut nach Kassel reiste, wo er ein Freiwilliges Soziales Jahr absolvierte, und endgültig seine Leidenschaft für die Pflege entdeckte. Schon in seiner Heimat engagierte sich Komi beim Roten Kreuz als Sanitäter. Die Arbeit mit Menschen, das Helfen in schwierigen Situationen, hat ihn schon immer geprägt. Heute setzt er diesen Weg fort: er macht eine Ausbildung zum Pflegefachmann in der Pflegeschule des Klinikums Braunschweig und wirkt als Ausbildungsbotschafter, um anderen die Chancen und die Bedeutung des Pflegeberufs näherzubringen.
Komi überzeugt nicht nur durch seine fachlichen Leistungen, sondern auch durch seine Leidenschaft für den Beruf. Mit Charme und Sachverstand räumt er auf Messen und Infoveranstaltungen mit Klischees über die Pflege auf. Als ehrenamtlicher Ausbildungsbotschafter repräsentiert er das Klinikum Braunschweig und spricht mit Jugendlichen über die vielfältigen Chancen in der Pflege. Er zeigt, dass Pflege weit mehr ist als Blutdruck messen oder Essentabletts verteilen, es geht um komplexe Krankheitsbilder, Notfallsituationen und echte Verantwortung.
Wie PULS – Das Gesundheitsmagazin – berichtet, wurde das Projekt der Ausbildungsbotschafter 2023 nach der Corona-Pandemie ins Leben gerufen. Dr. phil. Martin Mrugalla, Leiter des Zentrums für pflegerische Bildung am Klinikum Braunschweig, erklärt dort: „Wir haben festgestellt, dass ein authentisches Bild vom Job auf diese Weise besser vermittelt wird. Die jungen Leute duzen sich, es spricht sich einfacher und ehrlicher.“
Für diese besondere Aufgabe werden gezielt Auszubildende angesprochen, die bereits Erfahrung gesammelt haben, Freude am Beruf zeigen und sich klar ausdrücken können. Ein Beispiel dafür ist Komi Epouh. Er überzeugt nicht nur durch seine Leistungen in Theorie und Praxis, sondern auch durch seine Fähigkeit, andere für die Pflege zu begeistern. Als Ausbildungsbotschafter bereitet er sich auf weitere Einsätze vor, etwa bei Messen und Infoveranstaltungen, und trägt dazu bei, ein realistisches und positives Bild des Pflegeberufs zu vermitteln.
Was ich an Komi besonders schätze, ist seine einzigartige Mischung aus Ernsthaftigkeit und Humor. Er spricht offen über die Herausforderungen des Pflegeberufs, ohne dabei zu klagen, und schafft es zugleich, Leichtigkeit in Gespräche zu bringen, die andere vielleicht schwer finden. Gerade diese Fähigkeit, schwierige Themen mit Ruhe und einem Lächeln zu verbinden, macht ihn zu einem Menschen, der nicht nur fachlich überzeugt, sondern auch menschlich berührt. Seine Haltung zeigt mir immer wieder, dass Professionalität und Menschlichkeit keine Gegensätze sind, sondern sich gegenseitig verstärken. Komi beweist, dass man auch in einem anspruchsvollen Beruf wie der Pflege Freude und Zuversicht ausstrahlen kann und dass genau diese Eigenschaften andere motivieren, selbst Verantwortung zu übernehmen.
Für mich ist Komi mehr als ein Freund – er ist ein Vorbild. Er zeigt, dass man mit Mut, Leidenschaft und Einsatz nicht nur einen Beruf ergreifen, sondern auch andere inspirieren und mitreißen kann. Seine Geschichte macht deutlich: Pflege ist nicht nur notwendig, sondern auch erfüllend, weil sie Menschen zusammenführt, Hoffnung schenkt und echte Nähe schafft.
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KLEEBLATT-Magazin TOGO
Deutsche Zeitschrift aus Togo, die 2022 vom Deutsch-Klub der Université de Lomé (Togo) gegründet wurde. Unsere Vision besteht darin, in Togo einen renommierten deutschen Medienkanal zu schaffen, um unsere Minderheit, die fließend Deutsch spricht oder Deutsch übt, zu unterstützen und die damit verbundenen Vorteile zu fördern.



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